17. GMÜNDER VOLKSLAUF 1135 Läufer gehen auf die Strecke
/ Klasse Zeiten dank
guter äußerer Bedingungen. Neuer Streckenrekord über 10 Kilometer.
Vier-, fünfjährige, die an der Hand von Mama und Papa laufen. Und ein
Deutscher Marathonmeister, der über 10 Kilometer einen neuen Streckenrekord
aufstellte. Beim 17. Gmünder Volkslauf war wieder einmal das ganze Spektrum des
Laufsports zu sehen.
VON BERND MÜLLER
Am angespanntesten sahen die Väter und Mütter aus. "Ich bin ganz
aufgeregt", gab ein junger Vater zu, die Kamera in der Hand und den
Nachwuchs fest im Blick. Als die Bambinis, die jüngsten Läufer im
Vorschulalter, auf die Strecke gingen, hatten manche als Hilfe Mama und Papa am
Arm. Das brauchten die Großen, die fünf, zehn oder 21,1 Kilometer liefen,
nicht.
Stadtverbandsvorsitzender Christian Kemmer schickte die Läufer auf die Fünf-
und Zehn-Kilometer-Strecke, OB Wolfgang Leidig gab das Startsignal für die
Halbmarathon-Läufer. Mit dabei GT-Mitarbeiter Armin Häberle, der sich nach
einer langen Lauf-Winterpause ins Abenteuer Halbmarathon schickte (siehe
Erfahrungsbericht auf der nächsten Seite).
Mit dem Wetter hatten er und die anderen Starter jedenfalls nicht zu kämpfen:
"Das Wetter war gut wie immer beim Volkslauf", sagt DJK-Macher Erich
Wenzel. "Für die Fünf- und Zehn-Kilometer-Distanz war es vielleicht ein
bisschen zu kühl, für den Halbmarathon ideal", meinte
"Stadionsprecher" Stefan Rofka. Das hatten sich wohl auch Jürgen
Wieser und Werner Fröschke gesagt. Der Aalener und der Mann aus Schwäbisch
Hall, beide ehemalige
Albmarathonsieger, hatten sich kurzfristig nachgemeldet. Zuvor war kein Favorit
auszumachen gewesen. Jetzt schon: "Wenn der Wieser kommt, dann ist der
fit", prognostizierte Organisator Edgar Maihöfer. War er dann auch: Wieser
lief auf Platz zwei und war "mit der Zeit zufrieden, weil ich's aus dem
Training heraus gelaufen bin."
Ganz anders Werner Fröschke, der auf Platz 11 landete : "Eine Scheiß-Zeit.
Ich bin sehr enttäuscht." Den Sieg holte sich Uwe Friedrich vom Chemnitzer
PSV in 1.12,10. Bei den Frauen war Uschi Bergler (Sportclub Vogt) die Schnellste
in 1.31,16.
Über 10 Kilometer hatte sich der Favorit durchgesetzt:
Martin Beckmann von der LG Leinfelden-Echterdingen, Deutscher Marathonmeister
2002, unterbot seinen eigenen Streckenrekord aus dem Vorjahr um fast eine
Minute: Eine halbe Stunde und 33 Sekunden brauchte er für die Strecke. Der Sieg
bei den Frauen blieb gewissermaßen in der Familie: Beckmanns Freundin Stefanie
Maier (ebenfalls LG Leinfelden-Echterdingen) gewann in in 35,59 Minuten.
Über fünf Kilometer gewann bei den Frauen Stefanie Kimmel vom Sport-LK des
Parler und HBG (19,40 Min.) vor LK-Kollegin Kathrin Glatting (20,02), bei den
Herren siegte Philipp Thier (TSV Neustadt) in 17 Minuten 13 Sekunden.
Die Zahl der Läufer blieb mit 1135 deutlich unter dem Vorjahreswert von 1439.
Einige Voranmeldezettel blieben ungenutzt liegen - die Grippewelle trifft auch
die Läufer. Der andere Grund ist ganz banal: "Es waren eben Ferien",
sagte DJK-Vorsitzender Bernhard Dangelmaier. Eine wurde allerdings aus anderem
Grund vermisst: 10-Kilometer-Vojahressiegerin Tina Walter fehlte, weil sie bei
den Deutschen Crosslaufmeisterschaften startete.
Persönlicher Bericht von Herbert Roos, IT/CAD
Bereits im November habe ich meine Saisonplanung für 2003
gemacht: großes Ziel ist die Teilnahme an Europas wichtigstem Marathon, dem London
Marathon am 13. April 2003. Entsprechend früh begann mein ernsthaftes
Marathon-Training mit Wochenumfängen von 80 - 115km am 1. Februar.
Rund sechs Wochen vor London passte daher ein flott gelaufener 10er bestens ins
Programm. Kurz entschlossen fuhr ich also Samstags die 70km von Reutlingen nach
Gmünd um nachzumelden. Etwas mulmig war mir schon, startet hier doch
traditionell die lokale Laufprominenz in die Staßenlaufsaison. Prompt stand
Martin Beckmann, der amtierende Deutsche Meister im Marathon, in der ersten
Startreihe. Der kam gerade aus dem spanischen Trainingscamp zurück und will bei
der DM im Halbmarathon am 22.3. vorne mitmischen und bei Deutschlands großem Frühjahrsmarathon
in Hamburg am 27.4. gut abschneiden.
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Start des 10km - Feldes |
2.Margaret Allmandinger, Siegerin W45 |
1. Stefanie Maier |
1. Martin Beckmann
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Ich nahm Aufstellung etwa in der 7. Startreihe und konnte Margret Allmandinger, eine der führenden Mittelstreckenläuferinnen (800/1500M) der 80er Jahre vor mir sehen. Start war pünktlich um 13:40 Uhr und das Feld aus ca. 250 StarterInnen zog sich schnell auseinander. Es war eine 2x5km Wendepunktstrecke auf der einem zunächst ein scharfer Gegenwind trotz der 10°C frösteln lies.
Wie bei einem 10er üblich wurde gleich ein forsches Tempo angeschlagen und das Feld zog sich auf der weitgehend flachen Stelle ganz schön auseinander. Es ging zunächst die Rems entlang durch ein Gewerbegebiet und dann in einem scharfen Rechtsknick über eine Fußgängerüberführung entlang einem Radweg in Richtung Lorch. Die Stecke verlief dabei weitgehend flach. Störend waren der feine Split, der hier verstreut war, so dass man schon ein bisschen aufpassen musste und nicht ins schleudern zu kommen.
Schon etwa bei km 4.5 kam mir Martin Beckmann entgegen. Er hatte bereits einen deutlichen Vorsprung herausgelaufen und lief einem ungefährdeten Sieg entgegen. Das nette an den Wendepunktkursen ist ja, dass man alle Teilnehmer ob vor oder hinter einem ganz genau beobachten kann. Für mich hatte sich aber das Feld schon soweit sortiert, dass ich auf dem Rückweg nur noch einmal überholt wurde und selbst nur noch eine Handvoll Läufer überholen konnte. Meine Zeit von 39:09 reichte am Ende für Platz 59 unter 284 Klassierten.
Fazit: die Strecke fand ich nicht besonders betörend, aber es war ein sehr gut organisierter Lauf mit Beteiligung auf hohem Niveau. Er eignet sich ideal als Tempospritze für die Marathonvorbereitung.
Herbert Roos